Richtig lüften

Für viele Menschen ist es ein „spanisches Dorf“ zu erkennen, wann eine Wohnung oder ein Kellerraum (oder auch ein kühles Stiegenhaus) gelüftet werden soll und wann besser nicht.

Hilfreich für diese Entscheidung ist mein Online-Feuchterechner, den ich an dieser Stelle allen interessierten Personen anbiete. Dieser Rechner ermittelt die „absolute Raumfeuchte„, d.h. es wird errechnet, wieviel Gramm Wasserdampf in einem Kubikmeter Luft enthalten sind. Wenn für Innen und Aussen die Temperaturen und die relative Feuchte bekannt sind, kann die „absolute Feuchte“  berechnet und so schnell eine (richtige) Entscheidung darüber getroffen werden, ob Lüften (= Entfeuchten) möglich und sinnvoll ist.

Feuchterechner

Ort Temperatur 
°C
 rel.Feuchte 
%
 abs. Feuchte 
g/m³
 Taupunkt 
°C
 Lüften 
Innen10.5112.3
Aussen7.145.8
Entfeuchten des Raumes durch Lüften ist möglich
INFO:
Bei Austausch der halben Raumluft gegen Aussenluft (= ½ Luftwechsel) beträgt die
relative Feuchte nach Wiedererreichen der Raumtemperatur 44 % (das sind 8.82 g/m3).

Anmerkungen zum Feuchterechner

  • Als Vorgabe-Werte werden reale Raumklimamesswerte sowie die aktuellen Klimadaten von Hallein (Salzburg) ausgegeben.
  • Alle Messwerte können durch eigene Messwerte überschrieben werden.
  • Als Dezimalzeichen muss der Punkt verwendet werden!
  • Nach Eingabe eines neuen Wertes ggfs. mit Eingabetaste Berechnung aktivieren!
  • Im Winter sollte bei einem Feuchtegehalt von mehr als 9.5 g/m³ gelüftet werden.
  • Bei kalter Witterung kann selbstverständlich auch bei Regen oder Nebel gelüftet werden, da bei Temperaturen unter +10°C die Aussenluft immer trockener ist als die Raumluft.
  • Eine Raumfeuchte unter 6 g/m³ gilt als zu trocken.
  • Im Sommer dürfen kalte (Keller)Räume nur dann gelüftet werden, wenn die „absolute Feuchte“ im Freien geringer ist als jene im Kellerraum; bitte dazu den Hinweis in roter Schrift in der Tabelle beachten!
  • Alle Berechnungen ohne Gewähr!

Wann sollte ein Wohnraum gelüftet werden?

  • Wenn an einer Glasfläche Kondensat ausfällt, ist in jedem Fall (!) die Luftfeuchtigkeit für diesen Raum zu hoch!
    Das Fenster ist (fast) immer der schwächste Punkt an der Konstruktion zwischen „innen und aussen“ und ist damit das perfekte Messgerät, das abhängig von der Aussentemperatur und den Innenzuständen der Raumluft ganz genau hinweist, wann gelüftet werden muss.
  • Muss gelüftet werden, muss mindestens ein Fenster (oder auch eine Balkon- oder Terassentüre) komplett geöffnet werden.
    Durch Kippen der Fenster erreichen Sie keine ausreichende Durchlüftung, sehr wohl aber große Energieverluste und eine Unterkühlung der Fensterlaibung.
    Und dann ist wieder das Fenster genau jenes kostenlose Messgerät, das dem Bewohner „sagt“, wie lange gelüftet werden muss.
    Bei entsprechend tiefen Aussentemperaturen wird die Aussenseite der Verglasung sofort anlaufen und sich beschlagen.
    Das Fenster muss dann so lange offen bleiben, bis dieser Beschlag wieder verschwunden ist.
    Das Fenster „zeigt“ ganz genau, ob es draussen kälter oder wärmer ist und wieviel Feuchte aus dem Raum noch abgeführt werden muss.
    Je kälter es draussen ist, umso schneller kann ein Raum gelüftet werden.

Wann Kellerräume im Sommer lüften

  • Auf jeden Fall dürfen Kellerräume nur dann gelüftet werden, wenn der Feuchtigkeitsgehalt (= die „absolute“ Feuchte in Gramm pro Kubikmeter Raumluft)  in der Luft im Freien geringer ist als im Keller. Ob das der Fall ist, können Sie mit dem Online-Feuchterechner ermitteln.
  • Als Faustregel gilt jedenfalls, dass die Aussenluft möglichst kühler sein soll als die Kellerluft; das ist in der Regel in der Nacht bzw. in den frühen Morgenstunden der Fall.
  • Sie können auch nichts falsch machen, wenn Sie nur dann im Keller lüften, wenn die Ampel für „unbeheizte Kellerräume“ auf der Homepage grün aufleuchtet.
  • Wenn diese Regel nicht beherzigt wird, steigt die Luftfeuchtigkeit im Keller so weit an, dass die gelagerten Gegenstände feucht werden und es in Folge zu Schimmelbildung kommt.

Linkliste aktuelle Temperatur- und Feuchtemesswerte